Werde jetzt ein Roulette Profi

Mache ein Probespiel in einem Offline Casino

 

Nachdem Sie sich einen Spieltisch ausgesucht haben – sagen wir einfach Tisch 1 mit € 5 Minimum und € 7000 Maximum – brauchen Sie noch Jetons zum spielen. Wenn Sie nicht schon Ihre Jetons an der Jetonkasse gekauft haben, können Sie das auch direkt am Spieltisch machen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und so wechseln Sie erst einmal einen Hunderter in 5er Jetons.

Legen Sie den Schein mit den Worten „a´ Fünf zu wechseln“ vor den Croupier. Wichtig ist, dass Sie die Stückelung, in Ihrem Fall Jetons mit einem Wert von € 5, zuerst nennen. So kann der Croupier sofort in das Lagebrett greifen und muss nicht noch ein weiteres Mal nachfragen, falls Sie einfach nur „wechseln“ sagen. Der Croupier greift nun also in das Lagebrett, entnimmt 20 Stücke und legt sie gut sichtbar neben den Geldschein. Man sagt dazu Auflegen oder (A)linieren.

Sind die 20 Stücke in Fraktionen aufgelegt, wird vorgezählt: „20 – 40 – 60 – 80 – 100 gegen 100 gewechselt“. Anschließend wird Ihnen durch den Croupier der Jetonstapel übergeben. Ihr Geldschein wandert, unter den strengen Augen des Tischchefs, in einen speziellen Behälter – die Cashbox.

Nun kann es losgehen.

Ihre Lieblingszahl ist, sagen wir mal, die 19 und Sie wollen die 19 und die zugehörigen Chevaux spielen. Da Sie noch ein wenig unsicher sind (oder auch nicht!), setzen Sie nicht selbst, sondern geben die Stücke dem Croupier. Wie war noch mal die Annonce? Richtig! – „Neunzehn Plein – Chevaux“. Der Croupier nimmt Ihre vier Jetons und wiederholt laut und deutlich Ihre Ansage. Dies dient zur Bestätigung Ihrer Annonce. Mit Hilfe seines Rateau, dem Rechen, setzt er für Sie die gewünschte Ansage.

Mit Interesse beobachten Sie natürlich auch die Annoncen der anderen Spieler am Tisch. Ein Spieler legt dem Croupier sechs Stücke vor die Nase und sagt „Kleine“. Damit meint er nicht etwa den attraktiven weiblichen Croupier am Tisch, sondern die Kleine Serie. Im Casino wird nämlich sehr oft mit Abkürzungen annonciert. Nachdem der Croupier überprüft hat ob die Anzahl der Jetons ausreicht um die „Kleine Serie“ zu spielen, legt er sie in eines von drei Fächern die direkt vor ihm auf dem Tableau aufgedruckt sind.

„0/2/3“ für die Große Serie, „5/8“ für die Kleine Serie und „Orph“ für die Orphelins (in manchen Spielbanken finden Sie noch ein zusätzliches Feld – „0 – Sp“ – für das beliebte Zerospiel ).

Gegenüber, an der anderen Tischseite, gibt ein Casinogast dem Croupier „Fünfunddreißig Zwo – Zwo“. Wie Sie wissen, eine Nebennummernannonce. Nachdem die Ansage laut wiederholt wurde und die erforderliche Stückzahl überprüft ist, wirft der Croupier 3 Stücke in Richtung des Kopfcroupiers und wiederholt dabei noch einmal laut „Fünfunddreißig Zwo – Zwo“. Der Kopf (wiedermal eine Abkürzung) wiederholt ebenfalls – Sicherheit ist alles – und setzt die Ihm zugeworfenen Stücke auf die 26, 28 und 35, während der Drehcroupier die 3 und 12 auf dem Tableau platziert. Teamwork!

Jetzt wird es ernst. Der Drehcroupier fordert mit einem „Bitte das Spiel zu machen“ die Spieler auf, Ihre weiteren Einsätze zu tätigen, danach nimmt er die Kugel in die Hand und wirft sie entgegengesetzt der Drehrichtung des Kessels ab. Sie schauen noch mal auf „Ihre“ 19 und – oh Schreck! – da liegen ja noch andere Jetons auf den Ihren! Keine Angst! Es ist ganz normal wenn andere Spieler Jetons auf die Ihren legen (Ausnahme: Zero. Hier sollten die Jetons verschiedener Spieler nicht aufeinander liegen!), der Tischchef und die anderen Croupiers beobachten Ihre Einsätze und Annoncen sind sowieso „gespeichert“.

Die Kugel läuft, noch kann gesetzt werden. Ein Spieler gibt dem Croupier einen 100 Euroschein und annonciert „Sieben Vier – Vier a´ 10 bitte“. Es sollen demnach die 7 und die vier links und rechts liegenden Nebennummern gespielt werden. Der Croupier wiederholt, wechselt schnell – die Kugel läuft ja bereits – gibt dem Spieler ein Stück zurück (die Annonce kostet € 90) und legt 9 Stücke vor sich hin.

Warum eigentlich? Da ja die Kugel bereits ihre Runden im Kessel dreht, kann der Croupier die Annonce nicht mehr in der verbleibenden Zeit bis zum Kugelfall auf dem Tableau platzieren. In diesem Fall lässt er die Annonce vor sich liegen und annonciert dem Tischchef laut und deutlich was vor Ihm liegt.

Der Tischchef bestätigt ebenfalls durch Wiederholen die jeweilige Ansage. In machen Spielbanken werden zusätzlich so genannte Markierungsplättchen verwendet. Diese wertlosen, farbigen Marken werden vor die liegen gebliebene Annonce gelegt und eine gleichfarbige Marke auf das entsprechende Zahlenfeld im Tableau platziert. So kann jeder – vom Spieler bis zur Saalleitung – erkennen, dass dort vor dem Croupier – in diesem Falle – „Sieben Vier Nachbarn“ liegen. Missverständnissen wird so vorgebeugt.

Die Kugel wird langsamer und der Croupier sagt „Nichts geht mehr!“ Warum eigentlich nicht auf französisch „Rien ne va plus“ ? Ganz einfach: weil es in deutschen Spielbanken (im Gegensatz zu den österreichischen Casinos) unüblich ist auf französisch zum Spiel aufzufordern und das Spiel abzusagen.

Jetzt sollten Sie keine Einsätze mehr tätigen. Sollten? Die deutschen Spielbanken halten es höchst unterschiedlich mit der Absage. Manche Casinos sind, sagen wir mal „kulant“ und tolerieren auch Einsätze nach der Spielabsage. Andere sind rigoroser und akzeptieren keine weiteren Einsätze nach der Absage des Spiels. Grundsätzlich gilt jedoch: alle Einsätze müssen vor Kugelfall getätigt werden. Schließlich ist Roulette ja ein Glücksspiel!

„Hoffentlich kommt die 19“ denken Sie und die Kugel fällt. Der Drehcroupier schaut in den Kessel und annonciert die gefallene Zahl. „16 Rot Pair Manque“ – es werden die gefallene Zahl, sowie die zugehörigen einfachen Chancen angesagt. „Schade!“ denken Sie und wollen schon den Tisch verlassen, doch dann fällt Ihnen wieder ein: „Ich habe doch 19 Plein – Chevaux gespielt – ein Cheval auf 16/19 gehört mir!“ Glückwunsch! Einen Moment müssen Sie jetzt noch auf Ihren ersten Gewinn warten.

Nachdem der Drehcroupier die gefallene Zahl angesagt hat, zeigt er mit seinem Rateau auf die 16 und zählt dort die Chancen auf die gewonnen haben. Zwei Carre´, zwei Chevaux und ein Plein sollen es in unserem Beispiel sein und so lautet seine Ansage: „Plein, Cheval, Carre´“. Nachdem die gewonnenen Chancen angesagt sind, macht der Croupier die Nummer frei. Er schiebt die verlorenen Einsätze von der gewonnenen Zahl weg und zieht die verlorenen Jetons – die Masse – mit Hilfe des Kopfcroupiers ein.

Jetzt beginnt die Auszahlung. Sie wollen sich schon für Ihren Cheval auf 16/19 melden – warten Sie noch! Der auszahlende Croupier beginnt erst seine einfachen und doppelten Chancen zu zahlen. Bei der 16 ist das die erste Kolonne (die 16 befindet sich auf der senkrechten Linie zwischen der 1 und der 34), das zweite Dutzend (die 16 ist eine Zahl zwischen 13 und 24) sowie Pair (die 16 ist eine gerade Zahl). Was ist mit Rot und Manque? Diese Zahlung übernimmt sein ihm gegenüber sitzender Kollege, der auch die verlorenen Einsätze eingezogen hat – bei geraden Zahlen zieht der Croupier vor Manque die Masse ein, bei ungeraden Zahlen der Croupier vor Passe. Übrigens: Für die einfachen und doppelten Chancen brauchen Sie sich nicht zu melden, sondern Sie können Ihren Gewinn nach der Bezahlung einfach selbst nehmen.

Sind die einfachen und doppelten Chancen bezahlt, beginnt die Auszahlung der Gewinne rund um die gefallene Zahl selbst. Der Reihe nach von der kleinsten Chance (in diesem Fall Carre´) bis zum Hauptgewinn (in diesem Fall Plein). Hierzu tippt der Croupier mit seinem Rateau auf die Carre´ und sagt „Carre´ bitte“.
Ihr Arm will schon in die Höhe schnellen – warten Sie noch einen Moment bis er die Chevaux und somit auch Ihr Stück aufruft. Zu frühes Melden birgt nur Missverständnisse, andere Spieler könnten es Ihnen krumm nehmen wenn Sie sich – aus Versehen – zu früh melden.

Die Carre´sind bezahlt, jetzt werden die Chevaux abgefragt. Auf der Nummer sind zwei Chevaux bespielt: einmal der Cheval 16/19 auf dem Ihr Stück liegt und der Cheval 16/17. Mit seinem Rechen tippt der Croupier auf den Cheval 16/19 und sagt „Sechzehnneunzehn bitte“.

Jetzt können Sie sich mit einem Fingerzeig oder einem „Hier!“ melden. Da Sie a´ Fünf gespielt haben legt der Croupier 17 Stücke/ € 85 auf und zählt vor: „20 – 40 – 60 – 80 – 85 für Sie bitte sehr“.

Anschließend schiebt er Ihnen den Gewinn zu. Ihr Gewinnstück bleibt auf dem Tableau liegen oder kann von Ihnen abgezogen werden. Oftmals lassen die Spieler das Gewinnstück auf dem Spielfeld liegen in der Hoffnung, dass ein Doppelschlag kommt, also die Zahl zweimal hintereinander fällt.

Wir bleiben noch eine Weile am Tisch. Nachdem der andere Cheval auf 16/17 bezahlt worden ist, fragt der Croupier die Hauptgewinne ab – „Plein bitte“. Auch hier wird die Gewinnsumme vorgezählt und freundlich überreicht – schließlich wollen die Damen und Herren in Schwarz das obligatorische Stück für die Angestellten bekommen. Mit einem „Vielen Dank für die Angestellten“ wandert dieses Stück in die Troncbüchse.

Achten Sie bitte darauf, dass Sie während der Auszahlung keine neuen Stücke auf die gewonnene Zahl setzen. Sind sämtliche Gewinnchancen bezahlt, annonciert der Croupier „Alles bezahlt – Bitte das Spiel zu machen!“. Ein neues Spiel kann beginnen.

Sie haben jetzt € 85 gewonnen – Drink an der Bar oder ein neues Spielchen riskieren? Schauen Sie sich ein wenig um, beobachten Sie das Spielgeschehen. Auch beim französischen Roulette heißt es „Learning by doing“. Viel Glück!

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